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Das Weltnaturerbe zwischen Litauen und Russland: Vom kirchenstrotzenden Vilnius in die russische Exklave Kaliningrad führt Sie diese Reise auch zwischen Haff und Meer an den größten Dünen Europas entlang. Ihre Fußabdrücke werden sich im unendlichen Sand mit denen der Bernsteinsucher und Vogelkundler mischen. Exkursionen führen Sie ins Delta der Memel, auf die Halbinsel Samland und durch die alten preußischen Gaue. Was steckt hinter dem litauischen Aufschwung und der russischen Stagnation? Diese grenzüberschreitende NaturStudienreise ist reich an intensiven Naturerlebnissen, vermittelt aber auch Einblicke in die Kulturgeschichte und Gegenwart der Nehrung.
1. Tag: Anreise nach Litauen
Im Laufe des Tages Flug zum geografischen Mittelpunkt Europas, nach Vilnius, und Transfer zum Hotel. Wer einen frühen Flug genommen hat, kann schon am Nachmittag die Altstadt mit den unzähligen Straßencafés durchstreifen. Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel begrüßt Sie Ihr Studiosus-Reiseleiter. Wer noch eine Runde drehen will, kommt mit auf eine Entdeckungstour. Zwei Übernachtungen in Vilnius.
2. Tag: Barock in Vilnius
Säulen, Kapitelle, luftiger Stuck, üppige Plastiken und Bilder, sogar ein Campanile: Wenn wir die Altstadt (UNESCO-Kulturerbe) durch das Tor der Morgenröte betreten, sieht man fast von jedem Punkt aus drei Kirchen im italienischen Stil. Die Pracht des Backsteinbarocks wird gekühlt durch klare schlichte Monumente der Gotik. Überblick von oben: Wir besteigen den Gediminas-Turm auf dem Burgberg, damit Sie für den freien Nachmittag Ihr Lieblingsziel ausmachen können. Vielleicht bleiben Sie aber auch am Gedimino-Prospekt hängen, wo sich ganz Vilnius zum Shoppen und Flanieren trifft. Zum Abendessen treffen wir uns in einem traditionellen Lokal. Krupnikas, der litauische Kräuterwodka mit Honig, hilft Ihnen, das deftige Essen zu verdauen.
Extra Tour:
Für alle, die Lust auf Extratouren haben, hat der Reiseleiter immer wieder Alternativen zum Programm parat. Sie möchten einmal die „Helden“ der Sowjetzeit in Übergröße sehen? Dann verzichten Sie auf den Stadtrundgang und begeben Sie sich auf eine Zeitreise in den bizarren Gruto Park bei Druskininkai im Süden Litauens! Sowjetische Denkmäler von Stalin, Marx und Lenin erinnern an die „Bronzezeit“ der Staatspropaganda.
3. Tag: Trakai und Memelland
Die romantische Wasserburg von Trakai, ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter inmitten eines Wassersportparadieses, umrunden wir mit einem Boot. Einst tobten hier Kämpfe mit den Kreuzrittern, heute werden lieber Bräute über die Burgbrücken getragen. Weiterfahrt durchs Memelland mit seinen Natur- und Vogelschutzgebieten. Wir setzen über auf die Kurische Nehrung (UNESCO-Naturerbe) und können bei Pervalka die erste Düne erklimmen (1 Std., leicht, ? 50 m ? 50 m). Wie kommt es zu einer Wanderdüne und wie schütze ich mein Haus gegen die Sandflut? Mit diesen Fragen hat Ihr Reiseleiter natürlich gerechnet. 360 km. Drei Übernachtungen in Nida.
4. Tag: Sommerfrische in Nida
Wie verbrachte ein Nobelpreisträger die Sommerfrische? Traumhaft, werden Sie beim Besuch des Sommerhauses von Thomas Mann feststellen. Die Kulisse bilden in Nida die kunterbunten Häuser und Boote der Fischer. Auf der Hohen Düne (1,5 Std., leicht, ? 50 m ? 50 m) verschaffen wir uns einen Überblick über das Meer und das Haff. Bewegung und Seeluft machen hungrig. Wie wär's mit geräucherter Flunder? Am freien Nachmittag haben Sie die Wahl: entweder ein Fahrrad mieten (ca. 5 €) und durch Nida oder am Strand entlangstrampeln bis zum Fischerdorf Juodkrante. Nach vier Stunden sind Sie wieder zurück in Nida, wenn kein längeres Sonnenbad dazwischenkommt. Oder lieber in den Gassen von Nida Bernstein-Mitbringsel aufstöbern. Abends können Sie sich ein Lokal Ihrer Wahl am Fuße der Düne suchen.
5. Tag: Ausflug ins Memeldelta
Gemütlich tuckern wir mit dem Boot übers Haff hinüber zum Festland. Nach zwei Stunden legen wir im Fischerdorf Minija im Memeldelta an - hier zwitschert und klappert es an allen Ecken und Enden. Kein Wunder: In dem geschützten Feuchtbiotop wurden 294 Vogelarten gezählt und 20 davon gibt's nur hier! Hoffen wir, dass Litauen so klug ist und weiter auf sanften Tourismus in der Region setzt. In Klaipeda zieren viele liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser die Altstadt. Auf dem Marktplatz hält das viel besungene Ännchen von Tharau die Stellung - aufpoliert in neuem Glanz. Dann treffen wir Igoris, einen Bernsteinfischer, der uns in die Geheimnisse des Bernsteins einführt. Wer möchte, hüpft in die fast mannshohen Gummistiefel und steigt mit dem Fischer in die Fluten auf der Suche nach dem „Gold der Ostsee“. 120 km. Beim Abendessen in einem netten Restaurant können wir die Beute bewundern.
Extra Tour:
Lieber einen Tag Erholung auf der Nehrung? Dann schlafen Sie aus und gestalten Sie das Programm ganz nach Ihrem Geschmack. Ausgedehnte Strandspaziergänge machen, sich am Strand entspannen oder einen Bootsausflug an der Küste entlang mit Blick auf die Dünenlandschaften unternehmen? Ihre Yacht, Ihr Motorboot oder Segelschiff - je nach Auslastung - legt im Hafen ab.
6. Tag: Im Vogelparadies
Heute verlassen wir Litauen und betreten den russischen Teil der Kurischen Nehrung. Gleich hinter der Grenze, in Morskoje (Pillkoppen) besteigen wir die eindrucksvolle Epha-Düne (1,5 Std., leicht, ? 50 m ? 50 m). Südlich von Rybatschij (Rossitten) befindet sich eine Außenstelle der Russischen Akademie der Wissenschaften zur Vogelbeobachtung. Wir unterhalten uns mit einem Forscher über die vielfältige Vogelwelt der Kurischen Nehrung und die Besonderheiten dieses Lebensraumes. Nach einem gemütlichen Picknick fahren wir nach Swetlogorsk (Rauschen), wo wir unser Hotel in der Nähe des Ostseestrandes beziehen. 70 km. Drei Übernachtungen in Swetlogorsk.
7. Tag: In Kaliningrad
Nach so viel Sand und Natur schauen wir uns heute zur Abwechslung Kaliningrad (Königsberg) an. Nur wenige Gebäude, wie der Dom und der Dohnaturm, zeugen heute noch vom einstigen Glanz der Stadt. Bekanntester Kopf der Stadt war der Philosoph Immanuel Kant, dessen Grab wir besuchen. Der Kontrast zwischen Litauen und Russland ist augenfällig. Während man in Litauen den Aufbruch spüren und sehen kann, ist in dieser Gegend Russlands die Zeit stehen geblieben. Der Glanz der Sowjetzeit ist verblasst und blättert ab. Durch das einzige gut erhaltene Villenviertel Amalienau verlassen wir die ehemalige ostpreußische Metropole wieder und fahren zurück in unser Hotel an der Ostseeküste. 80 km.
Extra Tour:
Blick auf Kaliningrad vom Wasser aus: Mit einem Ausflugsboot können Sie durch den Containerhafen, vorbei an den alten Speicherhäusern, fahren, statt mit der Gruppe die Stadt zu erkunden. Der Frachtverkehr läuft Tag und Nacht, im Sommer wie im Winter - kein Wunder, Kaliningrad ist ja schließlich der einzige eisfreie Hafen an der russischen Ostseeküste!
8. Tag: Bernsteinsuche im Samland
Heute unternehmen wir einen halbtägigen Ausflug an der Küste Samlands. Die erste Station heißt Jantarnyj (Palmnicken), wo jährlich im Tagebau 600 Tonnen Bernstein gewonnen werden. Der alte Kriegshafen Baltijsk (Pillau) ist Zeuge des Flüchtlingsdramas im Winter 1945, als Tausende Königsberger vor der Roten Armee flohen. Mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle wurden die dramatischen Ereignisse dieser Flüchtlingstrecks filmisch umgesetzt. Den Nachmittag können Sie am Strand oder im hübschen Ortskern von Swetlogorsk verbringen. 90 km.
9. Tag: Do swidanija Kaliningrad!
Bevor Sie den Heimweg antreten, werfen Sie noch einen letzten genussvollen Blick aufs Meer. Im Laufe des Tages Transfer zum Flughafen von Kaliningrad und Rückflug.
Flugplan-, Hotel- und Programmänderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten.