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Eine lebende Göttin in Flussgestalt - geboren aus einer Schweißperle, die Shiva beim Meditieren von der Götterstirn tropfte: die Narmada, einer der heiligen Flüsse Indiens. Ihr folgen wir auf dieser Studienreise ein Stück weit durch das Herzland Indiens, bevor wir weiterziehen zur heiligen Mutter Ganga. Unterwegs kosten wir ein gut gewürztes Curry des indischen Alltags mit Zutaten, die nicht alle gleich gut schmecken - boomende Megacitys und Dörfer, an denen der Zeitgeist vorbeizog, Slums und Märchenpaläste, Ochsenkarren und Softwareparks, ohrenbetäubender Lärm und meditative Stille, stinkende Kloaken und das süße Parfüm der Götter. Eine besondere Reise, die Appetit auf mehr Indien macht.
1. Tag: Abflug nach Indien!
Individuelle Anreise nach Frankfurt. Mittags gemeinsam mit Lufthansa nach Mumbai (nonstop, Flugdauer ca. 7 Std.). Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) Ankunft. Zur Einstimmung können Sie über den Wolken schon mal in Gita Mehtas Roman „Sutra vom heiligen Fluss“ schmökern - eine Liebeserklärung an den Fluss Narmada. Zwei Übernachtungen in Mumbai.
2. Tag: Megacity Mumbai
Erst einmal ankommen und gut frühstücken - am späten Vormittag schwärmen wir aus, um Indiens größte Stadt zu erkunden: Wirtschaftsmetropole und Hauptstadt der Slums, Moloch und Magnet. Mumbai ist alles! Zwischen Chhatrapati Shivaji Terminus (UNESCO-Kulturerbe), dem viktorianischen Bahnhof, und dem schicken Colaba-Viertel jede Menge Alte-Welt-Charme. Auf dem Crawford Market gackern zwischen Obst- und Gewürzbergen die Hühner, und in den Altstadtbasaren dahinter stöbern wir mit Mumbais Damenwelt in Bergen von Saristoffen. Noch Zeit für ein Mantra im Tempel der Stadtgöttin Mumba? Nach dieser Überdosis Indien tut eine Pause im ehrwürdigen Taj-Hotel einfach gut. Wie war das mit den Anschlägen 2008? Ihr Reiseleter kennt einige Hintergründe und welche Konsequenzen Indien gezogen hat. Tagesausklang am Gate of India.
Extra Tour:
Damit Ihre Reise ein Urlaub ganz nach Ihrem Geschmack wird, hat Ihr Reiseleiter immer wieder Alternativen zum Programm für Sie parat. Sie kennen Mumbai schon und möchten stattdessen die berühmten Höhlentempel von Elephanta (UNESCO-Kulturerbe) und die riesige Reliefskulptur des dreiköpfigen Shiva erkunden? Dann tuckern Sie einfach mit dem Boot zur gleichnamigen Insel und tauchen Sie in die Welt der Hindu-Mythen ein!
3. Tag: Fürstenstadt Indore
Auf dem Weg zum Flughafen schauen wir noch bei den Dhobiwallahs, den Wäschern Mumbais, vorbei und lassen uns von ihrem Alltag erzählen. Dann geht es im Luftsprung nach Indore, wo wir nachmittags landen. Im Lalbagh-Palast tauchen wir in die Glanzzeit der Maharadschas ein: riesige Säle, in denen gewaltige Kronleuchter von der Decke baumeln und Tigertrophäen von Jagderfolgen erzählen. Im Jainatempel Kanch Mandir glitzern Millionen Mosaikspiegel um die Wette. Durch den Basar wühlen wir uns dann zum Rajwada-Palast, wo eine Statue an Ahilya Bai erinnert, die im 18. Jahrhundert als Maharani Führungsstärke bewies. Beste Gelegenheit, den Studiosus-Reiseleiter zur Rolle der Frau in Indien zwischen Vergötterung und Verachtung zu löchern. Drei Übernachtungen in Indore.
4. Tag: Festungsplateau von Mandu
Vor 500 Jahren Tummelplatz der Reichen und Mächtigen - heute Geisterstadt: 700 m ragt das Bergplateau von Mandu mit seinen längst verlassenen Palästen, Moscheen, Gräbern und Tempeln über dem Tal der Narmada auf. Wir gehen auf Zeitreise. Zwei Perlen der Sultanszeit: ein Grab aus weißem Marmor, Vorbild für das Taj Mahal, und der Palast Jahaz Mahal, der wie ein Kreuzfahrtschiff im See ankert - Quartier der 15000 Haremsdamen und Kulisse für rauschende Feste. Sogar an Swimmingpools für die Grazien hatten die Architekten gedacht! 190 km.
5. Tag: Maheshwar und Omkareshwar
Langsam nähern wir uns der heiligen Narmada: Durch die Basargassen von Maheshwar geht's zum Fluss. Ein Fort, ein Tempel, viele Ghats, Flusstreppen aus rotem Sandstein, und badende Menschen, die Körper und Seele in den heiligen Fluten von Sünden reinwaschen. Warum sauber ungleich rein ist und wie das Kastenwesen Indien auch heute noch prägt - Themen des Reiseleiters heute. Weiter nach Omkareshwar - eine Insel in Form der heiligen Silbe Om und der heiligste Platz an der Narmada: halb nackte Bettelmönche, die heilige Silben murmeln, Gläubige, ins Gebet versunken oder singend dem Pilgerpfad folgend. Wir packen die Kamera in den Rucksack und pilgern ein Stückchen mit. Fahrtstrecke 230 km.
6. Tag: Pilgerziel Ujjain
Alle zwölf Jahre treffen sich in Ujjain Millionen von Pilgern, um die Kumbh Mela, eines der wichtigsten Hindu-Feste, zu feiern. Einen kleinen Vorgeschmack bekommen wir rund um den Mahakaleshwar-Tempel, eines der wichtigsten Shiva-Heiligtümer Indiens: heilige Männer und heilige Kühe, Händler, die Opfergaben und Süßigkeiten anpreisen. Mit den Pilgern schieben wir uns in den Kultraum, wo uns der Reiseleiter durch die Götterwelt lotst. Räucherstäbchen, Glöckchengeklingel, Pilgerschweiß - wir sind mit allen Sinnen im spirituellen Indien angekommen! Weiter nach Bhopal, Hauptstadt Madhya Pradeshs. Unterwegs bleibt Zeit zum Erzählen - vom Kampf gegen das Narmada-Staudammprojekt, von Landflucht und Korruption in der weltgrößten Demokratie. 250 km. Drei Übernachtungen in Bhopal.
7. Tag: Wiege Indiens - Bhimbetka und Hoshangabad
Heute steigen wir in die Zeitmaschine und reisen 9000 Jahre zurück. In den Höhlen von Bhimbetka (UNESCO-Kulturerbe) jagen auf den Felswänden Männer mit Pfeil und Bogen Bisons, Elefanten und Hirsche. Die ältesten Spuren menschlichen Lebens in Indien. Weiter nach Hoshangabad, dem alten Narmadapur. Wir hocken uns zu den Gläubigen auf die Treppen zur Narmada, legen unsere Touristenrolle einfach mal ab und werden für ein paar Momente Teil einer anderen Welt. 190 km.
Extra Tour:
Möchten Sie, statt in Bhimbetka und Hoshangabad in die Vergangenheit zu reisen, moderne Kunst in Bhopal entdecken? Das Bharat Bhavan, ein Bau des indischen Stararchitekten Charles Correa, zählt zu den Topmuseen für moderne Kunst in Indien. Beim anschließenden Spaziergang am See - Oase der Ruhe mitten in der Millionenstadt - haben Sie Gelegenheit, mit indischen Familien zu plaudern.
8. Tag: Die Stupas von Sanchi
Ein Tag auf den Spuren Buddhas. In Sanchi (UNESCO-Kulturerbe) begegnen wir den ältesten Monumenten der urindischen Lehre: 2000 Jahre alte Stupas, Grabhügel, die wir im Uhrzeigersinn umrunden. Auf dem steinernen Zaun ringsum ziehen Festtagsprozessionen, pflügende Bauern und Frauen mit Wasserkrügen an uns vorbei. Und kunstvoll in den Sandstein gemeißelte Reliefs erzählen vom Weg des Erleuchteten. Im Westen boomt der Buddhismus - nicht erst, seit Tina Turner, Richard Gere und andere Promis sich dazu bekennen. Warum bloß spielt Buddhas reine Lehre in ihrem Heimatland kaum noch eine Rolle? Zum Abschluss des Tages begegnet uns in den Höhlen von Udaigiri Hindu-Gott Vishnu in Gestalt eines riesigen Ebers. 80 km.
9. Tag: Impressionen von Bhopal
1984 entwichen Giftgase aus einer Fabrik in Bhopal, Tausende Menschen starben qualvoll. Wie hat die Stadt die Katastrophe verarbeitet? Und wie ernst wird Umweltschutz heute in Indien genommen? Fragen Sie Ihren Reiseleiter! Alt-Bhopal hat auf jeden Fall jede Menge Charme: Seidensaris, Silberschmuck und Perlentaschen führen uns auf dem Basar in Versuchung. In der Freitagsmoschee mischen wir uns heute mal unter die Muslime. Bittere Feindschaft oder Toleranz - wie ist das Verhältnis zwischen Hindus und Muslimen heute? Dann schnell zum Bahnhof: Wir reisen auf Schienen nach Jhansi (Fahrzeit ca. 3 Std.). Vielleicht haben unsere indischen Mitreisenden Antworten auf unsere zahlreichen Fragen. Von Jhansi im Bus weiter nach Orcha. Busstrecke 20 km.
10. Tag: Paläste von Orcha
Hier blieb die Zeit einfach stehen: Am Ufer des Betwa-Flusses thront die längst verlassene Festung mit ihren Palästen, verfallene Scheingräber inmitten verwilderter Gärten spiegeln sich im Fluss und Händler preisen lautstark ihre Opfergaben an. Mittags brechen wir auf nach Khajuraho. 180 km. Zwei Übernachtungen.
11. Tag: Tempel von Khajuraho
Paare in akrobatischen Posen und inniger Umarmung, barbusige Tänzerinnen, Musikanten und Götter feiern den Liebesakt. Erotikszenen des 10. Jahrhunderts an den Tempelwänden von Khajuraho (UNESCO-Kulturerbe) - garantiert nicht jugendfrei! Wie passt das steinerne Kamasutra ins prüde Indien von heute, wo selbst ein Bollywoodkuss eine Sensation ist? Ihr Reiseleiter kennt die Geschichten und Legenden hinter den steinernen Szenen, und wir entdecken das Tempelwunderwerk mit Muße. Nach der Mittagspause steht Ihnen der Nachmittag zur freien Verfügung. Die Zeit am Pool genießen oder ein zweites Mal auf Tempeltour gehen - die steinernen Schönheiten von Khajuraho posieren gern noch mal für Sie im schönsten Nachmittagslicht.
12. Tag: Sarnath - heilige Stadt des Buddhismus
Am Morgen starten wir zur Erkundungsrunde zwei. Dorfszenen sammeln wir zum Abschluss unseres Besuchs in Khajuraho. Hier ist das Wirtschaftswunder noch nicht angekommen - Lebensrealität für zwei Drittel aller Inder. Am Nachmittag fliegen wir nach Varanasi und fahren gleich weiter nach Sarnath. Hier kurbelte Gautama Buddha, frisch erleuchtet, das Rad der Lehre an und hielt seine erste Predigt - Pilgerziel für buddhistische Mönche aus ganz Asien in ihren orangefarbenen Gewändern. Vom Buddhismus zum Hinduismus: Abends fasziniert in Varanasi die Lichterzeremonie der Brahmanen, wenn unzählige Öllampen auf dem Wasser vorbeigleiten und die Gangesufer in ein magisches Licht tauchen. 30 km. Zwei Übernachtungen in Varanasi .
Extra Tour:
Sie interessieren sich für Nationalparks und wilde Tiere? Die Chance, dass Sie wirklich einen Tiger sehen werden, ist relativ gering, aber der Panna Nationalpark wäre auch eine Alternative für den Vormittag. Nur eine Autostunde entfernt liegt das Eingangstor zu einem der landschaftlich schönsten Nationalparks Indien. Im Licht der kühlen Morgensonne beeindrucken die seichten Hügel des Parks.
13. Tag: Varanasi - heilige Stadt Shivas
Ein Fluss? Nein, eine lebende Göttin schlängelt sich durch Varanasi. Die heilige Mutter Ganga! Unbeeindruckt von Umweltsünden, tauchen Pilger im Morgenlicht in die trüben Fluten. Und an den Verbrennungsplätzen lodern die Scheiterhaufen, denn vom Tod in Varanasi träumt jeder gläubige Hindu. Wir treiben bei Sonnenaufgang im Boot auf dem Fluss, saugen Pilgerszenen auf und lassen wie die Gläubigen Schälchen aus Blättern schwimmen. Nach dem Frühstück schauen wir in einer Seidenweberei den Handwerkern auf die Finger. Weiter zum Ashram, wo Shekar und andere Hindus unsere Fragen zu Götterwelt und Kastenwesen beantworten. Und schließlich öffnet uns Tabla-Sänger Babloo Maharaj seine Tür, der - was sonst? - für uns singt.
14. Tag: Alt-Delhi - Zentrum der Mogulherrscher
Auf zur letzten Etappe - Indiens Hauptstadt. Vormittags fliegen wir nach Delhi. Beim Blick aus dem Fenster können wir mit etwas Glück schneeweiße Himalayagipfel erspähen. Rikscha-Geklingel, Mopedgeknatter und Händlergewimmel - Alt-Delhi ist noch einmal Orient pur. Von der Freitagsmoschee blicken wir auf die Kuppeln des Roten Forts (UNESCO-Kulturerbe). Religiöses Herz und einstiges Zentrum der Macht - zwei Seiten im Mogulkapitel der Stadtgeschichte. Seite Nummer drei: das prächtige Grabmal Humayuns (UNESCO-Kulturerbe). Zwei Übernachtungen in Delhi.
15. Tag: Ein Tag frei oder Taj Mahal
Machen Sie heute, was Sie wollen! Sie möchten mehr Beispiele für Indiens religiöse Vielfalt sammeln? Delhis Sikhs treffen sich im Bangla Sahib bei sanfter Musik und meditativen Gesängen - und freuen sich über Gäste. Auch beim Hare-Krishna-Singen im Krishna-Tempel der ISKCON-Bewegung dürfen Sie sich einklinken. Wenn Sie einfach in Shoppinglaune sind, springen Sie, ausgerüstet mit den Adressen des Reiseleiters, in die Rikscha zum Khan Market. Und wer das Taj Mahal (UNESCO-Kulturerbe) noch nicht kennt oder noch einmal sehen möchte, der kann heute zusammen mit dem Reiseleiter (90 €) das berühmteste Bauwerk Indiens erkunden. Mit der Bahn geht es nach Agra, wo nicht nur das Taj Mahal auf Sie wartet, sondern auch noch das Rote Fort (UNESCO-Kulturerbe).
16. Tag: Neu-Delhi - kolonial und modern
Tore, Paläste, Prachtboulevards - in Neu-Delhi erinnert fast alles an Queen Victorias Tage. Am Tempel von Akshardham landen wir wieder in der Moderne. Vergoldete Götter und 145 lebensgroße Elefanten in Sandstein, erst wenige Jahre alt, dazwischen Pilgergewimmel. Nachmittags treffen wir Studenten des Goethe-Instituts. Sie erzählen in ausgezeichnetem Deutsch, was sie von der Zukunft erhoffen - und natürlich können wir sie mit all unseren Fragen zum Alltag in Indien, zu Wirtschaftsboom und Umweltsünden nach Lust und Laune bombardieren. Nach all den Informationen treffen wir uns zum stilvollen Abschiedsessen. Bis zum Abendessen stehen noch einige Zimmer im Hotel zur Verfügung.
Extra Tour:
Noch ein Tempel ist nicht Ihr Ding? Eine ganz andere Seite von Delhi können Sie heute Vormittag erleben: Die Hilfsorganisation Saalam Baalak bildet ehemalige Straßenkinder zu Touristenführern aus, die Ihnen ihr Viertel rund um den Hauptbahnhof zeigen und so gleichzeitig ihr Englisch verbessern.
17. Tag: Namaste, Indien - auf Wiedersehen!
Gegen 3 Uhr morgens fliegen wir mit Lufthansa von Delhi (nonstop, Flugdauer ca. 8 Std.) nach Frankfurt, wo wir am Morgen ankommen. Anschluss zu den anderen Städten.
Änderung des Reiseverlaufs vorbehalten!