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In Andalusien gehen die Uhren im erholsamen Takt des Südens. Sevilla, Córdoba und Granada - wer sich einstimmt auf die andalusische Lebensart, lernt wohltuende Städte kennen, reich an orientalischen Gärten, feinen Tapas und Sherrys in urigen Bodegas. Römer und Mauren hinterließen ihre Spuren in Architektur und Küche. Spaniens Herz schlägt im Süden, temperamentvoll im Takt der Fiestas und leidenschaftlich bei Diskussionen über die neueste Sparpolitik aus Madrid. Auf beschaulicher Route durch Andalusiens Landschaften nehmen uns weiß strahlende Dörfer auf, die Atlantikbrise erfrischt unsere Sinne. Eine Handvoll guter Hotels lädt zum Verweilen ein, wir wollen ja in Ruhe und gemütlich gemeinsam Andalusien entdecken - oder ab und an auf eigene Faust die südspanische Lebensart erforschen.
1. Tag: Willkommen in Andalusien!
Flug nach Málaga. Wir holen Sie ab und bringen Sie zum Hotel. Beim gemeinsamen Abendessen lernen Sie Ihren Studiosus-Reiseleiter und die Gruppe kennen.
2. Tag: Von Málaga nach Granada
Die Geburtsstadt Picassos. Hier kritzelte er in seiner allerersten Schaffensperiode Strichmännchen in den Sandkasten. Wir sehen uns reifere Werke von ihm im Picasso-Museum an. In Salobrena folgen wir dann unserer Nase bis zum Grill, auf dem ein Fisch für uns gart: Schlemmen mit Meerblick und Füßen im Sand. Satt und gemütlich lassen wir uns nach Granada schaukeln. 120 km. Hier haben wir heute nichts mehr vor, es sei denn ein Abendessen auf eigene Faust. Im Mirador de Morayma blicken Sie direkt auf die beleuchtete Alhambra. Zwei Übernachtungen in Granada.
3. Tag: Die Alhambra
Im Himmel des Kalifen: Die Alhambra wurde von den besten Künstlern Andalusiens zu einem hinreißenden Ensemble von Höfen und Palästen gestaltet. Es gab schon Besucher, die abends aus den Gärten des Generalifes mit freundlichem Nachdruck entfernt werden mussten. Es ist einfach zu schön hier. Und am Nachmittag? Worauf haben Sie Lust? Lassen Sie sich im Hamam bei beruhigenden Klängen massieren.
4. Tag: Ein stiller Tag in Granada
Wir stehen im Stadtteil Albaicín, vor uns die Alhambra, dahinter die Sierra Nevada - ein Anblick, der ruhig macht. In der Kathedrale ein Kapellenkunstwerk aus Carrara-Marmor - Ihr Reiseleiter flüstert Ihnen Geschichten über die intriganten Machenschaften im Königshaus zu. Etwa über Johanna die Wahnsinnige, die man zum Schweigen in einem Kloster verdammte. Auf dem Weg nach Córdoba durch ein Land in Olivengrün: EU-subventionierte Monokultur schafft Wohlstand. Ökologisch vertretbar? 170 km. Zwei Übernachtungen in Córdoba.
Extra Tour:
Möchten Sie eigene Wege gehen? Ihr Reiseleiter hat immer wieder Alternativen zum Programm parat. Lassen Sie die Kapelle aus, gehen Sie in den Schuhläden Granadas auf Schnäppchenjagd und tunken Sie in der Churrería Alhambra auf der Plaza Bib-Rambla Ihre Churros in heiße Schokolade. Das ist leckeres Schmalzgebäck! Schnell ist klar: Schmalzgebäck - kommt sicher von Dahinschmelzen!
5. Tag: Die Mezquita in Córdoba
In der Mezquita sehen Sie die Moschee vor lauter Säulen nicht, ein endloser steinerner Wald. Diskussionen im Orangenhof: Mitten in die Moschee wurde ein gotischer Kirchenbau gepflanzt. Zeichen der Toleranz oder der Bemächtigung? Mittags führt Sie Ihr Reiseleiter in ein gutes Restaurant aus. Schwärmt der Nachbartisch immer noch vom WM-Titel, oder ist die Realität am Arbeitsmarkt präsenter? Der Nachmittag gehört Ihnen. Sie haben „Die Toten von Santa Clara“ von Robert Wilson dabei? Schmökern Sie im Park des Alcázars von Córdoba und stimmen Sie sich auf Sevilla ein.
6. Tag: Medina Azahara
Wer kann, der kann: Eine ganze Kalifenstadt am Reißbrett geplant und einer Konkubine gewidmet - Medina Azahara. Kaum 100 Jahre stand die Palaststadt, dann ging sie mit den Kalifen unter. Wir stärken uns nach dem Spaziergang durch die Ruinen in einem ländlichen Restaurant. In Sevilla streifen wir dann alles Ländliche ab und stürzen uns ins Großstadtleben. Mit mehr oder weniger versiertem Spanisch, Andalusisch oder Händisch und Füßisch streunen Sie vergnügt durch die Gassen. Viel Spaß! Fahrtstrecke 140 km. Drei Übernachtungen in Sevilla.
7. Tag: Sevilla: Alcázar und Caridad
Kunstgenuss bei Reichen und Armen. Als sich Pedro I. seinen Alcázar bauen ließ, bekam er zwar keine islamische Architektur, aber reichlich islamisches Dekor. Ganz anders die hundertprozentige Barockkirche Caridad, mit Gemälden von Murillo stilsicher bestückt. Im Hospiz daneben sind mittellose Senioren zu Hause. So führt uns der Weg von Pedro dem Grausamen zu Miguel de Manara, dem barmherzigen Stifter. Der Nachmittag ist frei. Seien Sie barmherzig zu sich selbst: Eine Kutschfahrt schont die Füße.
Extra Tour:
Palast und Barockkirche kennen Sie schon? Dann scheren Sie zum Taxistand aus, und auf geht es nach Italica, wo die Römer Gladiatoren in der Arena anfeuerten! Was Sie zwischen den Ruinen an Ambiente vermissen, können Sie im Archäologischen Museum von Sevilla sehen.
8. Tag: Sevilla: Kathedrale und Pilatushaus
Vormittags Kulturspaziergang. Die Casa de Pilatos ist ein Renaissancepalast mit islamischem Ornament. Nicht ganz so freundlich, aber viel erhabener nimmt uns die Kathedrale auf, die größte in Spanien und - fragen Sie die Sevillanos - gerade groß genug als Mausoleum des Kolumbus! Wir wecken unsere Lebensgeister mittags mit der kreativen Küche der jungen Leute im Restaurant der Hotelfachschule. Schmeckt's? An Ihrem freien Nachmittag sollten Sie Juan Foronda besuchen. Er stellt Fächer her - für die schickste Art, sich zu kühlen.
9. Tag: Pferde und Sherry in Jerez
In Andalusien müssen Sie die rassigen Pferde gesehen haben! Temperamentvolles Wiehern im Gestüt La Yeguada. Dann verbinden wir das Lehrreiche mit dem Leckeren und setzen uns in eine Bodega. Unsere Sherrybeauftragte vor Ort entkorkt die edlen Vinos de Jerez, lässt aber keine Ihrer Fragen offen. In unserem Strandhotel an der Costa de la Luz lehnen wir uns dann entspannt im Liegestuhl zurück und betrachten den roten Sonnenuntergang. 150 km. Drei Übernachtungen in einem guten Strandhotel in Conil.
10. Tag: Weiße Dörfer
Kalkweiß leuchtende Städtchen sprenkeln den äußersten Süden Spaniens, wo Lord Nelson am Kap Trafalgar Weltgeschichte schrieb. Wir sehen uns Vejer genauer an, ein Dörfchen von besonderer Schönheit. Im Parque Natural de la Brena spazieren wir zu einem verlassenen Taubenhaus. Einst tummelten sich hier 15000 der gurrenden Vögel. Warum? Wir fragen nach. Der Nachmittag bleibt Ihnen zum Baden und Sonnen ... 40 km.
Extra Tour:
Sie wollen heute das Meer und die Küste erleben, statt weiße Dörfer zu besuchen? Dann mieten Sie im Hotel einen tüchtigen Drahtesel, radeln Sie immer an der Küste entlang und tanken Sie eine gute Prise frische Atlantikluft! Badezeug und Picknick nicht vergessen!
11. Tag: Ausflug nach Cádiz oder Strandtag
Der Tag gehört Ihnen. Strandtag in Conil? Unser Mittagstipp: Thunfisch-Carpaccio im Francisco La Fontanilla. Oder kann Sie der Reiseleiter für einen Ausflug nach Cádiz begeistern (30 €; 80 km)? Die älteste Stadt Europas gehört auch zu den schönsten. Wer sich meerseitig nähert, sieht die pastellfarbene Häuserfront der Altstadt. Vor der langen Strandpromenade stieg einst Halle Berry vor James Bond in mythischer Schönheit aus den Fluten. Nachmittags haben Sie Zeit, die Szene in Conil nachzustellen.
12. Tag: Von Römerruinen nach Ronda
In der Ruinenstadt Baelo Claudia fasziniert uns die römische Fischfabrik. Hier wurde aus Fischeingeweiden und Salzlake das sicherlich streng schmeckende Garum gekocht. Heute fragen wir wohl eher: Warum Garum, wenn man gegrillten Fisch essen kann? Wir lassen uns vom Bus durch die Bergwelt bis Ronda kutschieren: die strahlende Stadt über dem Abgrund. Rilke schrieb hier im Hotel Reina Victoria famose Gedichte. Das Hotel gibt es heute noch, deshalb checken wir da auch ein. 210 km. Zwei Übernachtungen in einem traditionsreichen Hotel.
13. Tag: Spurensuche in Ronda
Über den Stierkampf konnten Sie noch nie in Ruhe nachdenken? Heute ist es so weit. Rondas historische Stierkampfarena inspirierte schon Hemingway zu seinem „Tod am Nachmittag“. Wir streifen neugierig durch Stadt und Arena. Wer mag, diskutiert mittags bei Vino tinto und Tapas über Pro und Kontra beim Kampf Torero gegen Tier. Nachmittags geben Sie dem Reiseleiter frei. Machen Sie es wie Rilke: Schreiben Sie im Hotel - warum nicht Postkarten? Sie haben den Meister im Lesegepäck? Dann schmökern Sie in Ruhe Ihre Lieblingselegien.
14. Tag: Orangenfarm und Sonnenküste
Die Sonnenküste heißt nicht nur so, sie macht es auch den Orangenzüchtern leicht, ihre saftigen Schätze zu prallen Früchten zu päppeln. Juan Moreno Navarro persönlich erklärt uns stolz seine Orangenplantage. Zurück in Málaga haben Sie noch Zeit für einen Bummel. Oder Sie fahren mit dem Aufzug hinauf zur Maurenfestung Alcazaba und verabschieden sich hier für dieses Mal vom Mittelmeer. 120 km.
15. Tag: Adiós, Andalucía!
Und jetzt noch eine Badeverlängerung für die Tiefenerholung. Leider keine Zeit? Dann wartet ein Rückflug auf Sie in Málaga. Gute Heimreise!
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