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Es ist eine Reise durch Jahrtausende. Ein Besuch bei Freunden, ein Streifzug durch Ost-West-Politik und Religionskunde, durch versunkene Hochkulturen und märchenhafte Natur. Man staunt in Atatürks Mausoleum in Ankara. Man wäre gern 4000 Jahre jünger in der einstigen Hethiter-Metropole Hattusa. Man wäre gern ein Vogel über den bizarren Tuffsteinlandschaften um Göreme. Aus dem geschmackvoll eingerichteten Boutique-Hotel in Mustafapascha würde man am liebsten nie wieder ausziehen. Neben den Naturwundern Kappadokiens stehen besonders Begegnungen mit Menschen im Zentrum dieser Studienreise: ein Essen bei einer Familie, ein Treffen mit einem Musiker und Gespräche in einer Schule, mit einem Iman sowie einem deutschen Pfarrer.
1. Tag: Willkommen in der Türkei!
Flug nach Ankara und Transfer zum Hotel. Je nach Ankunftszeit können Sie im modernen Shoppingviertel Kizilay in der Neustadt von Ankara beobachten, wie und was das junge Hauptstadtvolk so einkauft. Hos geldiniz - herzlich willkommen - sagt Ihr Studiosus-Reiseleiter dann beim Abendessen im Hotel und gibt Ihnen einen Ausblick auf die spannenden Reisetage.
2. Tag: Hauptstadt Ankara
Zum Auftakt stürzen wir uns gleich ins Großstadtleben: Parks, Boulevards und Boutiquen auf der einen Seite, historische Attraktionen auf der anderen. Nach dem archäologischen Museum und der Haci-Bayram-Moschee geht es ins pompöse Mausoleum von Atatürk, dem Vater der Türken. Viele seiner „Kinder“ sehen wir auch. Verehren sie ihn doch heute noch als Reformer, der unter anderem bürgerliche Gesetze, das lateinische Alphabet und Frauenrechte einführte. Auf der Fahrt nach Hattusa haben wir Zeit für aktuelle Fragen: Wie steht es im 21. Jahrhundert mit den Frauenrechten in den verschiedenen Regionen der Türkei? Kann die Türkei als demokratisches Land mit muslimischer Bevölkerung als Vorbild für die arabischen Nachbarn dienen? Entwickelt sich das Land eher in Richtung Orient oder Europa? 200 km.
Extra Tour:
Lust auf Extratouren? Ihr Reiseleiter hat immer wieder Alternativen zum Programm parat. Möchten Sie auf das Mausoleum verzichten und Ankara am Nachmittag auf eigene Faust kennenlernen? Da haben Sie viele Möglichkeiten: Mischen Sie sich im Genclikpark in einem Teehaus unter die Hauptstädter! Oder möchten Sie lieber die Kocatepe-Moschee, die zweitgrößte Moschee der Türkei, erkunden?
3. Tag: Das hethitische Hattusa
Vormittags bestaunen wir uralte mächtige Tempel, Paläste, Stadtmauern und Reliefs in Hattusa (UNESCO-Kulturerbe). Warum man die Hethiter das Volk der tausend Götter nannte? Das erfahren wir beim Felsheiligtum Yazilikaya. Auf der Fahrt nach Kappadokien üben wir dann etwas Türkisch: „merhaba“, „teschekkür“, „güle güle“ - „hallo“, „danke“, „tschüss“. Und lernen schnell noch das Wort „wundervoll“, wenn wir in unserem Boutique-Hotel, einem früheren Herrenhaus, im ehemals griechischen Dorf Mustafapascha eintreffen. Ihr Reiseleiter erläutert das heutige Verhältnis zum westlichen Nachbarn und ob der EU-Beitritt der Türkei trotz des ungelösten Zypernkonflikts realistisch ist. 220 km. Fünf Übernachtungen in Mustafapascha.
4. Tag: Die Felsenkirchen von Göreme
Die Erosion hat in Kappadokien (UNESCO-Naturerbe) eine bizarre Szenerie aus Farben und Formen, Kratern und Kegeln hervorgebracht. Vom höchsten Tuffsteinkegel Uchisar lassen wir den Blick schweifen über diesen grandiosen Skulpturenpark der Natur. Bei einem Spaziergang im Tal der Versteinerten Soldaten in Zelve werfen wir am Nachmittag einen Blick in die früheren Höhlenwohnungen. Unsere ausführliche Erkundung von Göreme (UNESCO-Kulturerbe) wird dann gekrönt vom Besuch der Dunklen Kirche. In einem Weinkeller treffen wir am späten Nachmittag einen Musiker, der uns das Saiteninstrument Saz vorstellt. Genießen Sie bei einem Glas Wein die sehnsuchtsvollen orientalischen Lieder! 50 km.
5. Tag: Mystik in Hacibektas
Heiliger und mystischer Vormittag im Kloster von Hacibektas. Als aktive Teilnehmer erleben wir die alevitische Volksfrömmigkeit: gläubige Männer und Frauen, die gemeinsam zum Grab des Ordensgründers Haci Bektas Veli pilgern. Mittags sind wir bei Familien zum Essen eingeladen. Es gibt das Weizengericht Bulgur mit Huhn, Weinblätter, Baklava und andere Spezialitäten des Hauses. Und zum Dessert: ein offenes und herzliches Gespräch mit einem Aleviten über seine Glaubensrichtung und das nicht immer einfache Verhältnis zur sunnitischen Bevölkerungsmehrheit des Landes. Welche Rechte haben Minderheiten in der Türkei? 100 km. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung. Vielleicht ein Glas Tee im Rosengarten des Hotels? Oder ein Blick in die Hotelbibliothek?
Extra Tour:
Heute eher Lust auf einen Wandertag? Rund um Mustafapascha gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen für jeden Geschmack und jede Kondition. Ein schöner Wanderweg führt durch das Klostertal, vorbei an unzähligen Kirchen und Kapellen, die im Laufe der Jahrhunderte in den weichen Tuffstein gegraben wurden. Oder möchten Sie lieber sechs Stunden von Mustafapascha über eine Hochebene in das Dorf Ayrali wandern?
6. Tag: Das Rote Tal und Schulalltag
Vormittags spazieren wir durch das Rote Tal und wenden uns dann von Menschen gewebten Träumen zu: In einem Teppichzentrum lernen wir die Knüpfkunst kennen. Dann steigen wir hinunter in eine der unterirdischen Städte, die einst mehrere Stockwerke tief aus dem Fels gehauen wurden, erst Zufluchtsorte von Mönchen, dann bis 1952 „normal“ bewohnt waren. Wieder oben treffen wir uns mit Schülern und Lehrern in einer Schule. Wir haben viele gemeinsame Themen: Schulalltag, Freizeitgestaltung, Hobbies oder das Kopftuchverbot, das „Sultan“ Erdogan wieder abschaffen möchte. 70 km.
7. Tag: Fresken im Soganlital
Byzantinische Mönche bauten im stillen, abgeschiedenen Soganlital um die 150 Kirchen. Manche davon wurden von Bauern zu Taubenhäusern umfunktioniert. Wir wandern (1 bis 1,5 Std., leicht, ? 100 m ? 100 m) durch die aufregende Landschaft und sehen uns die herrlichen Fresken in einigen erhaltenen Felsenkirchen an. Danach picknicken wir zusammen bei Schafskäse, Fladenbrot und Gemüse. Gut gestärkt stürzen wir uns ins Dorfleben von Soganli und erkunden später die ehemalige byzantinische Klosteranlage von Eski Gümüs. 180 km.
8. Tag: Derwische in Konya
Schon mal eine Karawanserei besucht? In einem ehemaligen „Truckstop“ erfahren wir, wie Karawanenführer, Aussteiger, Tänzer und Märchenerzähler einst lebten und reisten. Während der Fahrt nach Konya haben wir dann Zeit für moderne Themen: der Weg der Türkei vom einstigen Krisenland zu einer der dynamischsten Volkswirtschaften weltweit, die ungelöste Kurdenfrage, die Fußballbegeisterung der Türken und was man sonst so in türkischen Tageszeitungen liest. Neugierig pilgern wir in Konya zum Wahrzeichen der Stadt, dem Kloster des Mevlana-Ordensgründers. Nachdem wir sein Grab und das Museum bewundert haben, geht es in die zwei ehemaligen islamischen Hochschulen Karatay und Ince Minare zum „Studium“ bunter Fliesen und Reliefs. 240 km.
Extra Tour:
Sie möchten am Nachmittag auf das Mevlana-Kloster und die Hochschulen in Konya verzichten? Dann machen Sie doch Folgendes: Laufen Sie auf den nahen Alaaddin-Hügel und erleben Sie im Teehaus türkisches Alltagsleben live! Oder besuchen Sie die Alaaddin-Moschee! Setzen Sie sich auf einen Teppich zwischen die Marmorsäulen und lassen Sie die erhabene Pracht in aller Ruhe auf sich wirken!
9. Tag: Über Beysehir nach Antalya
Erster Halt heute: Beysehir am gleichnamigen See. Wir tauchen im Basar ins Alltagsleben Zentralanatoliens ein und bewundern die Holzmoschee am Ufer. Dann treffen wir einen Imam zum Gespräch. Fragen Sie ihn ruhig nach der unterschiedlichen Bedeutung des Islams in Zentralanatolien und in der Westtürkei und ob die Religion unter Erdogans AKP-Partei mehr Einfluss bekommt. Gut informiert fahren wir durchs Taurusgebirge Richtung Küste und stoppen noch in Aspendos. Das Theater beeindruckt noch heute bei Konzerten durch hervorragende Akustik. 370 km. Und nach dem Essen? Mischen Sie sich im Bigman unter die türkischen Barbesucher und trinken Sie ein kühles Efes Pilsen! Zwei Übernachtungen in Antalya in einem Badehotel.
10. Tag: Termessos und Antalya
Fit für einen Aufstieg am Vormittag? Ziel ist die hellenistische Bergstadt Termessos mit Ruinen inmitten wilder Romantik und mit fotogenen Ausblicken auf Taurusgebirge und Mittelmeer. Und ein Picknick mit Käse, Oliven und Simit, den typischen Sesamkringeln. Danach dürfen wir noch einmal ein Insidergespräch führen: mit einem deutschen Pfarrer in der Nikolauskirche von Antalya. Löchern Sie ihn mit Fragen über Religion, Mentalität und Völkerverständigung in der Türkei! 90 km. Der Nachmittag bleibt frei für ein Bad im Hotelpool oder im Meer oder für einen Mokka am alten Hafen von Antalya.
Extra Tour:
Es zieht Sie heute nicht nach Termessos und zum deutschen Pfarrer, sondern aufs Wasser? Dann nehmen Sie an einer organisierten Bootstour vor der Küste Antalyas zu schönen Badebuchten und Wasserfällen teil! Oder soll es ganz aktiv werden? Dann auf zum Rafting! Die Flüsse des Taurusgebirges bieten für alle etwas, vom Anfänger bis zum Wildwasserprofi.
11. Tag: Güle güle - auf Wiedersehen!
Je nach Abflugzeit haben Sie Gelegenheit zu einem letzten Bad im Meer. Im Laufe des Tages Rückflug oder Badeverlängerung.
Änderung des Reiseverlaufs vorbehalten!