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Seit mehr als 20 Jahren lebe ich nun schon in Andalusien. Für einen studierten Kunsthistoriker sind die vielen Artefakte der christlichen, maurischen und jüdischen Geschichte im Land natürlich ein kultureller Leckerbissen. Wir nehmen uns 15 Tage lang Zeit, um in aller Ruhe die schönsten Ecken von »Al Andalus« gemeinsam zu erkunden. Ganz nebenbei lassen wir uns von der Lebensfreude der Menschen anstecken.
1. Tag Anreise nach Málaga
Willkommen in Málaga! Sie beziehen zunächst einmal Ihr Zimmer im Hotel. Wenn Sie früh genug angekommen sind, können Sie gleich loslegen. In die Altstadt der Hafenstadt laufen Sie nicht mehr als 15 Minuten. Warum also nicht gleich mal einen Blick in das Picasso-Museum oder das jüngst eröffnete Museo Carmen Thyssen werfen? Eine Übernachtung in Málaga.
2. Tag Von der Costa del Sol nach Granada
Entlang der subtropischen Costa del Sol, vorbei an Chirimoyaplantagen und Orangenhainen, machen wir uns auf nach Nerja. Vor erst 60 Jahren fanden Kinder hier beim Spielen eine seltsame Luftspalte im Berg und damit den Eingang zu einer der größten Tropfsteinhöhlen Spaniens. Nachdem wir uns die Höhle angeschaut haben, grüßen schon die südlichen Ausläufer der Sierra Nevada. Granada erwartet uns! Wir fahren hinauf in den Albaicín, das alte maurische Viertel mit seinen verwinkelten Gassen und genießen einen ersten Blick auf die mächtige Alhambra! Zwei Übernachtungen in Granada. 190 km (F)
3. Tag Maurische Alhambra und christliche Altstadt
Nasridische Herrschaft und christliche Wiedereroberung: Zwischen diesen beiden Polen erkunden wir heute Granada. Im Mittelpunkt steht natürlich der Besuch der Alhambra. Filigrane intime Privatgemächer und Innenhöfe auf der einen Seite, trutzige Verteidigungsbauten auf der anderen Seite: auf jeden Fall der Höhepunkt islamisch inspirierter Architektur in Westeuropa! Ganz anders die Capilla Real, Grablege der Katholischen Könige, und die Kathedrale im Zentrum der Altstadt. Nach der Eroberung Granadas durch die Christen war Schluss mit arabesker Verspieltheit. Hier atmet alles späte Gotik und prächtige Renaissance. Unser Tipp für den späten Nachmittag: Bei einem café cortado auf dem Platz Bib Rambla können Sie wunderbar in den Alltag der Universitätsstadt eintauchen. (F)
4. Tag Durch Olivenhaine nach Jáen
Ein Abstecher der besonderen Art: Viele Touristen fahren schlicht an der fantastischen Bergwelt und den Kunstschätzen der Provinz Jaén vorbei. Wir nicht. In Jaén schauen wir vom Burgberg auf das Gewirr der Gassen der Provinzhauptstadt hinunter und machen mittendrin die Kathedrale aus, die wir anschließend besuchen. Die beiden kleinen »Zwillingsstädte« Úbeda und Baeza überraschen uns dann mit architektonischen Höchstleistungen der Renaissance. Allen voran die auf den Fundamenten einer Moschee erbaute Kathedrale von Baeza und die Kirche El Salvador in Úbeda. Eine Übernachtung in Baeza. 195 km (F)
5. Tag Ins Tal des Guadalquivir
Geschätzte 130 Millionen Olivenbäume zieren die andalusischen Provinzen Jaén und Córdoba. Und mittendrin hunderte von Ölmühlen. Klar, dass wir eine der besten heute besuchen, um zu sehen, wie aus der unscheinbaren Olive das kostbare und gesunde extra native Öl entsteht. Vor den Toren Córdobas liegt Madinat al-Zahra, die »Stadt der Blume«, benannt nach der Lieblingsfrau des Omaijaden Abd ar-Rahman III. 20.000 Menschen lebten hier vor 1.000 Jahren, Diener und Untertanen des mächtigen Kalifs des Westen. Nach 70 Jahren lag die Stadt in Trümmern. Und heute können wir uns anschauen, was die Archäologie rekonstruiert hat. In Córdoba liegt unser Hotel so zentral, dass Sie spielend in Ihrer Freizeit die Altstadt erkunden können. Zwei Übernachtungen in Córdoba. 200 km (F)
6. Tag Die Mezquita: Zauberwald aus Säulen
Heute spannen wir einen schönen dramaturgischen Bogen: Wir beginnen unseren Besuch Córdobas in den blühenden Gärten des Alcázar, einst Palast des Omaijaden-Herrschers, dann Residenz der Katholischen Könige, schließlich Sitz der Inquisition. Jenseits der römischen Brücke finden wir im mächtigen Torre de Calahorra ein kleines aber feines Museum, in dem wir uns in die Problematik des Zusammenlebens der drei Kulturen und Religionen im spanischen Mittelalter vertiefen. Und dann der Höhepunkt des Tages: Langsam nur gewöhnen sich unsere Augen an das gedämpfte Licht im Inneren der Mezquita, der ehemaligen Hauptmoschee und heutigen Kathedrale von Córdoba. Dann dämmert es uns langsam, mehr als 800 feine Säulen tragen das Gotteshaus. Ein zauberhaftes Ambiente! Im ehemaligen jüdischen Viertel finden wir dann eine der letzten mittelalterlichen Synagogen Spaniens. Abends genießen wir gemeinsam Tapas in einer Córdobeser Bar. (F, A)
7. Tag Durch die Campiña nach Sevilla
Wir fahren durch die sanfte Hügellandschaft der Campiña Richtung Sevilla: Auf halbem Weg machen wir Halt in Ecija, der »Stadt der Türme«. Und wirklich sind die Kirchtürme Ecijas schon von weitem zu sehen. Dann besuchen wir die römischen Ausgrabungen von Itálica vor den Toren Sevillas. Im Amphitheater und der ausgedehnten Villenanlage bekommen wir einen Eindruck von dem gediegenen Lebensstil in dieser ältesten römischen Gründung Spaniens. In der Hauptstadt Andalusiens lassen wir es ruhig angehen. Wir spazieren durch den Parque de María Luisa und bewundern die Pavillons der Ibero-Amerikanischen Ausstellung von 1929, die die grüne Lunge der Stadt umgeben. 130 km (F)
8. Tag Sevilla - die Hauptstadt Andalusiens
Sevilla hat viele reizvolle Facetten. Im Alcázar und seinen Gärten, in der Kathedrale und dem Adelspalast Casa de Pilatos bewegen wir uns ständig zwischen islamischem Erbe und christlicher Erneuerung der andalusischen Metropole. Im Viertel Santa Cruz entdecken wir die volkstümlichen Ecken der Stadt. Vor den Werken der großen Barockkünstler im Hospital de la Caridad wird uns schnell deutlich, warum das 17. Jahrhundert in Spanien »Goldenes Zeitalter« genannt wird. (F)
9. Tag Sevilla genießen
Heute schnaufen wir einmal durch und gestalten den Tag nach individuellen Vorstellungen. Natürlich haben wir eine Reihe von Tipps für Sie: In der mondänen Calle Sierpes im Stadtzentrum finden Sie elegante Läden, der Fluss Guadalquivir ist die erste Adresse, um bei einer Bootsfahrt den Blick auf Sevilla in Ruhe zu genießen. Wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, empfehlen wir Ihnen die arabischen Bäder »Aire de Sevilla« in der Altstadt. (F)
10. Tag Nach Jerez und Cádiz
Es geht an die Atlantikküste. Bevor wir aber in Cádiz den neun Kilometer langen Strand vor unserem Hotel genießen, vertiefen wir uns in Jerez de la Frontera in den Prozess der Sherry-Herstellung. Bei einer Verkostung der verschiedenen Weine gelingt uns das besonders gut. Anschließend besuchen wir die Königliche Reitschule und staunen über die Eleganz und die beeindruckende Synchronität der Pferde bei der »Tanzvorführung«. Ein kleines Fährschiff bringt uns über die Bucht von Cádiz in die älteste Stadt Europas. Eine Meeresbrise weht uns bei unserer Rundfahrt durch diese unverfälschte andalusische Hafenstadt ins Gesicht. Eine Übernachtung in Cádiz. 130 km (F)
11. Tag Gibraltar: britisches Ambiente
An der Costa de la Luz wissen wir nicht, worauf wir uns zuerst konzentrieren sollen. Die eindrucksvollen Ausgrabungen der ehemaligen römischen Hafenstadt Baelo Claudia oder die Wellen des Atlantiks, die sich in der Bucht von Bolonia sanft am goldenen Strand brechen. Nachmittags wird es britisch! Wir verlassen spanisches Hoheitsgebiet und erkunden die Höhepunkte der anachronistischen und pittoresken britischen Exklave Gibraltar. 150 km (F)
12. Tag Durch die Berge nach Ronda
Durch Orangenhaine, idyllische Landschaften und die Bergwelt der Serranía bahnen wir uns den Weg nach Ronda. Hier besuchen wir die Altstadt, lernen ein adliges Stadtpalais und die Pfarrkirche Santa María la Mayor kennen. In der traditionsreichen Arena lassen wir uns in die Welt des Stierkampfs entführen. Zwei Übernachtungen in Ronda. (F)
13. Tag Die Welt der weißen Dörfer
Im Naturschutzgebiet von Grazalema bestaunen wir eine üppige und für diese Region recht untypische Pflanzenvielfalt und besuchen das traumhaft gelegene Städtchen Zahara. Den Tag lassen wir mit einem entspannten Spaziergang ausklingen. (F)
14. Tag Zurück an der Costa del Sol
Es geht zurück an die Küste, zunächst nach Marbella, wo wir uns die elegante Altstadt rund um den lebendigen Plaza de Merced anschauen. Nachmittags haben Sie noch Zeit, um individuell die Hafenstadt Málaga zu erkunden. 180 km (F)
15. Tag Rückreise oder Anschlussurlaub
Es hängt ein wenig von Ihrer Abflugzeit ab, ob Sie noch Zeit haben, Málaga näher kennen zu lernen. Es sei denn, Sie haben sich ohnehin für einige Tage Urlaub danach entschieden. Dann wünschen wir Ihnen viel Spaß und gute Erholung. (F)
Flugplan-, Hotel- und Programmänderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten.
(F=Frühstück, A=Abendessen)