Geisterstadt Feng Du

- Eingang Gesisterstadt Feng Du © Anika Dlouhy
Bei einer Kreuzfahrt auf dem Yangtze bietet es sich an, als Sehenswürdigkeit die Geisterstadt Fengdu zu besuchen. Fengdu liegt 171 Kilometer östlich von Chongqing am nördlichen Yangtze-Ufer. Die Stadt wurde infolge der Aufstauung durch den 3 Schluchten Damm im Jahr 2007 vollständig überflutet.
Die 100.000 Einwohner wurden daher in eine höher gelegene Ansiedlung zwangsweise umgesiedelt. Eine Sehenswürdigkeit von Fengdu ist seine berühmte Geisterstadt, die jedoch von der Aufstauung verschont geblieben ist. Sie liegt wesentlich höher am Minshan Berg. Der Legende nach lebten im 2. Jahrtausend auf dem Berg Minshan 2 Einsiedler, die alchemistischen Experimenten nachgingen. Sie hießen Yin und Wang, was wörtlich übersetzt Höllenkönig ergibt. Daher entstand der Name des Ortes, an dem angeblich das Weltgericht zu finden sei.
Für Touristen gibt es dort die aus der Han-Dynastie entstandenen taoistischen und buddhistischen Tempelanlagen zu besichtigen. Die Tempel sind dem Höllenkönig des daoistischen Pantheons geweiht. Auf dem Gipfel des Minshan Berges befindet sich der Tempel des Höllenkönigs.
Viele originelle Exponate aus der Vergangenheit sind dort zu bewundern. Hier finden sich die Darstellungen der sogenannten Höllenqualen, Statuen von grausamen Dämonen, Folterwerkzeuge und andere Figuren. Viele Chinesen haben Fengdu als Pilgerziel auserkoren. In den dortigen Tempelanlagen kann man gegen hohe Gebühren einen sogenannten Himmelspass kaufen, der einem den Weg in den Himmel erleichtert und mit dem man sich von der Hölle freikaufen kann. Für Touristen ist es daher oft verwunderlich, dass dieser abgeschiedene Ort einem Jahrmarkt gleicht. Obwohl die eigentliche Stadt dem Staudamm weichen musste, sind die abseits und höher gelegenen Tempelanlagen von Fengdu nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.
Eine weitere Sehenswürdigkeit liegt auf einer nahegelegenen Anhöhe. Hier können sich heiratswillige Männer einer Kraftprobe unterziehen. Ein 180 Kilogramm schwerer Eisenkegel muss auf die Spitze gesetzt werden. Gegen ein kräftiges Trinkgeld verraten die Einheimischen den Trick, wie es auch ohne technische Hilfe funktioniert.






